Reiterhof Urlaub Pferdeflüsterer

Reiterhof Marlie

Jahres-Rundschreiben 2006

Ich schreibe Ihnen, weil Sie ein Teil von mir und der Idee des „Reitens – wie von Zauberhand bewegt“ geworden sind. Wir sind – durch Ihre Teilnahme – gemeinsam ein Stück des Weges gegangen.

Ihr Beitrag war für mich Inspiration zu einem besseren Verstehen und damit zu immer mehr Gelassenheit und Freude im Umgang mit Pferden.

Dafür bin ich Ihnen dankbar und wäre gerne auch weiterhin einer Ihrer Wegbegleiter.

Mit diesem Brief möchte ich Sie zu den Themen auf dem Laufenden halten, die mich zur Zeit bewegen.

In diesen hektischen Zeiten ist es schwierig, sich die Zeit zu nehmen, um sich über die wesentlichen Fragen des Alltags Gedanken zu machen.

Die beiden Grundfragen sind für mich das WARUM und das WIE:

Warum ordern Menschen Double-Cheeseburger, große Pommes mit Mayo und eine Cola light?

Warum können Frauen keine Wimperntusche auftragen mit geschlossenem Mund?

Warum muß man – um WINDOWS zu schließen- das Startprogramm benutzen?

Warum ist das Wort Abkürzung so lang? Und wie kürzt man es ab?

Warum gibt es kein Katzenfutter mit Mäuse-Geschmack? Und wie könnte man das testen?

Wenn Fliegen so sicher ist – warum heißt dann die Ankunftshalle „Terminal“?

Als der Mensch entdeckte, dass Kühe Milch geben – wonach suchte er da eigentlich?

Warum hat der Blödmann Noah die beiden Mücken nicht erschlagen?

Warum muß man für den Besuch beim Hellseher einen Termin haben?

Wie heißen die harten Plastikenden an den Schnürsenkeln?

Wenn es heute null Grad kalt ist und es morgen doppelt so kalt werden soll…wie kalt ist es morgen?

Warum ist einsilbig dreisilbig?

Warum glauben einem Leute sofort, wenn man ihnen sagt, dass es am Himmel 400 Billionen Sterne gibt, aber wenn man ihnen sagt, dass die Bank frisch gestrichen ist, müssen sie draufpatschen?

Warum glaubt einem eigentlich kaum einer, dass man seinen eigenen Ellbogen nicht lecken kann?

Warum laufen Nasen, während Füße riechen?

Wenn in einer Reitlehre etwas falsches steht, woher weiß man das?

Wenn Donald Duck nie eine Hose anhat, warum bindet er sich nach dem Duschen ein Handtuch um die Hüften?

Warum sollte man nie zu einem grimmigen Reitlehrer in den Unterricht gehen? Schließlich soll Reiten glücklich machen und wie will dieser Typ mir das vermitteln?

Warum gibt es so viele ungeklärte, bedrängende Fragen?

Ich glaube, es liegt an Weihnachten – oder vielmehr am Nicht-Weihnachten. Es findet einfach zu selten statt. Wenn jeder Tag Weihnachten wäre – ein Tag des Mit-einander und des fröhlichen Leicht(en)-Sinns: Es gäbe kaum noch offene Fragen und die wenigen verbleibenden würden wir im glücklichen Miteinander für einander lösen.

Aber leider ist Weihnachten nur einmal im Jahr und deshalb meine Ausbeute an Lösungen doch noch recht begrenzt. Einige davon möchte ich hier zur Diskussion stellen:

Warum sind Menschen und Pferde sich „ähnlich“?

Beide sind wie Golfbälle. Man kann sie durch Benutzung nicht verbessern, man kann nur selber lernen, besser mit Ihnen umzugehen.

Warum ist „Lieben lernen“ das Beste was ein Mensch für sich tun kann?

Weil sich und andere zu mögen ein tolles Gefühl ist.

Warum ist es so schwierig, immer liebevoll und freundlich mit sich selbst und anderen umzugehen?

In der Evolution gibt es noch zu wenige geeignete Vorbilder, von denen man lernen kann.

Warum kann man sich mit Pferden immer wohl und sicher fühlen?

Wer darauf verzichtet sie zu quälen, der kann mit ihnen „Pferde stehlen“!

Warum ist für Pferde oft die Kommunikation mit Menschen so schwierig?

Weil die meisten Menschen schon mit sich selber reden wie mit einem feindlichen Gegenüber.

Des weiteren hat der Mensch am Tag zwischen 50.000 und 80.000 Gedanken zu verwalten, deren größten Teil er dem Pferd auf einmal zu vermitteln sucht.

Deshalb gerät das Pferd schnell in Panik, wenn die widersprüchlichsten Gedankenkaskaden in einem gleichzeitigen Hilfenwirrwarr auf es einprasseln. Sollte jetzt noch ein Reitlehrer (Reitlehrer sind auch nur Menschen) mit seiner eigenen Meinung für Ordnung sorgen wollen, ist selbst das geduldigste und phantasievollste Pferd von diesem babylonischen Sprachgewirr überfordert.

Warum ist einfach so schwer?

Vermutlich, weil wir dazu neigen, einfach mit einfältig zu verwechseln. Und einfältig ist gesellschaftlich nicht gerade anerkannt. Deshalb wird „einfach“ zu wenig geübt.

Arnold Schwarzenegger spricht als Hauptdarsteller in seinem Erfolgsfilm „Terminator“ ganze 50 Wörter. Sein Motto: Actionhelden sollten einsilbig und unkompliziert sein.

Immerhin hat er mit der Erfindung des „Mr. Universum“ Millionen verdient und ist ein erfolgreicher Politiker geworden.

Einfach ist eben doch nicht einfach. Es muß schon besonders einfach sein.

Ich wünsche uns allen, dass wir es schaffen, möglichst jeden Tag ein Fest der Liebe, der Familie und der Besinnung aufeinander zu feiern. Einen Tag des Mit-einander und des fröhlichen Leicht(en)-Sinns.

Und bitte daran denken: man sollte es einfach machen. Die einzig erlaubte Ausnahme ist, es besonders einfach zu machen.

Wolfgang und Kari Marlie

P.S.: Erwischt? Auch DU hast versucht, Deinen eigenen Ellbogen zu lecken? J

keine(r)

Aktualisiert am Freitag, 24. Juli 2009
Kategorie Wolfgang Marlie - persönlich

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