Reiterhof Urlaub Pferdeflüsterer

Reiterhof Marlie

Urlaub für die Seele

Ich kam zu Marlie´s, weil ich einen entspannten Urlaub mit Pferden verbringen wollte.Üblicherweise sah der Reitunterricht, den ich kannte so aus, dass man in stickigen Reithallen in einer Gruppe von Reitern hintereinander seine Runden drehte und die gelegentliche Aufmerksamkeit die man bekam, sich äußerte indem man mit einer Liste der eigenen Unzulänglichkeiten bombardiert wurde, in einer Lautstärke, dass diese auch von außerhalb der Halle noch gut zu vernehmen waren und letzendlich nicht unbedingt dazu führten, dass etwas besser lief oder man sich gar über das bemerken des Reitlehrers der eigenen Anwesenheit freute.

Mit diesen Erfahrungen im Kopf stieg ich das erste Mal auf Karim in Erwartung einer Reihe von Anweisungen, die ich ausführen sollte- doch das was kam war viel schwerer als das erwartete, denn die einzige Anweisung die kam war die auf dem Pferd zu sitzen, sich tragen zu lassen und gar nichts zu tun.

Und während ich mir Gedanken machte um die Lage meiner Schenkel, den Zustand meiner Fußspitzen und unter anderem der Haltung der Zügel musste ich feststellen, dass die schlichte Aufforderung des „gar nichts tun´s“ mich vollkommen überforderte- ständig war ich darauf bedacht irgendetwas an mir zu verändern, so dass ich vollkommen verlernt hatte einfach nur entspannt auf dem Pferd zu sitzen, Spaß zu haben und zu fühlen.

Ich kann nur soviel sagen- meine erste Reitstunde endete Tränenreich, weil einfach gar nichts funktionierte wie es sollte. Ich wollte antraben und Karim wich aus oder ging rückwärts, ich wollte stehen bleiben und Karim ging weiter- das ich eigentlich auch gar nicht antraben wollte und dementsprechend jedes Mal vollkommen verspannte während ich versuchte anzutraben bemerkte ich ebenso wenig wie, dass ich während ich doch unbedingt anhalten wollte mit dem Kreuz trieb.

Die Woche wurde völlig anders als erwartet und doch habe ich weitaus mehr mitgenommen, ein Stück anderen Lebensgefühls ohne Hektik, Stress und Anforderungen, eine Gemeinschaft in der man auch wunderbar über die eigenen „Unzulänglichkeiten“ lachen konnte und manchmal bis spät Abends noch Pferdegeschichten austauschte und als wohl wichtigste Erkenntnis im Umgang mit Pferden, vom Boden wie auch vom Rücken aus, zu hinterfragen und in sich hineinzuhorchen was warum gerade nicht so verläuft wie man sich das eigentlich vorgestellt hatte und das man aus „Schwierigkeiten“ mehr lernt als daraus, dass alles funktioniert, wie man sich das vorstellt.

Ich bin in den Reiturlaub gefahren weil ich besser reiten lernen wollte doch das was ich in der einen Woche gelernt habe war viel mehr.

Ich habe gelernt weniger zu wollen und damit manchmal viel mehr zu erreichen.

Dafür möchte ich mich bei allen bedanken, aber im besonderen bei Silke, die mich unter anderem mal wieder daran erinnert hat, dass beim Umgang mit Pferden vor allem eins an erster Stelle steht- die Freude an dem was man tut, bei Pferd und Reiter.


Tags:

Aktualisiert am Freitag, 24. Juli 2009
Kategorie Reiterhof

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar · TrackBack · RSS Comments

  1. Kommentar von ellen:

    und das beste ist…..fenja wird jetzt besser verstanden!;-)

    lg ellen

    Freitag, 21. November 2008 @ 20:55

Du musst angemeldet sein ,um zu kommentieren.