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	<title>Kommentare zu: Das sprechende Fahrrad</title>
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	<description>Reiten - wie von Zauberhand bewegt- Urlaub Geschichten aus der Reiterpension</description>
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		<title>Von: Tabea.H</title>
		<link>http://www.reiterpension-marlie.de/news/reiterhof/sprechendes-fahrrad.html/comment-page-1#comment-131</link>
		<dc:creator>Tabea.H</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jan 2008 17:31:37 +0000</pubDate>
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		<description>Einige Gedanken, die ich beim Nachdenken &#252;ber die Geschichte und ihre Bedeutung hatte – spontan, wie es mir eben in den Sinn kam...

Wer m&#246;chte, darf gerne teilhaben:

Worin besteht eigentlich die Aufgabe, die Onkel Theo offensichtlich so erfolgreich erf&#252;llt? Was tut er, dass der kleine Benjamin &quot;wie von Zauberhand&quot; pl&#246;tzlich Fahrrad fahren kann, was dem Vater nicht gelang?
Wie l&#228;sst sich das konkret auf den Umgang mit dem Pferd und die Beziehung zu diesem anwenden?

Das erste, was wir von Onkel Theo mitbekommen ist ein den verbissen &#220;benden locker zugeworfener freundlicher Satz, begonnen mit einem &quot;Ach,..&quot;. 

Ein Lachen. 

Dies ist Onkel Theos Art, &quot;die B&#252;hne zu betreten&quot;, dies ist die Art, ein Pferd zu begr&#252;&#223;en. Locker, ungezwungen, mit einem Lachen im Herzen und einem L&#228;cheln im Gesicht. Erinnerungen an alte Zeiten, als Theo selbst noch das Fahrrad fahren lernte, lassen ihn schmunzeln, obwohl auch er sicher kein Naturtalent oder Genie war und zun&#228;chst mit Problemen zu k&#228;mpfen hatte, bis er sich so sicher, nat&#252;rlich und in Harmonie mit seinem Rad fortbewegen konnte. 
Mich l&#228;sst das Pferd an sich, ganz gleich welches, l&#228;cheln, denn durch Liebe f&#252;hle ich mich diesem verbunden. Und keines der Probleme, die sich in der Kommunikation immer wieder ergeben, soll an dieser positiven Grundeinstellung zum Pferd r&#252;tteln.

Das n&#228;chste, was Theo tut, ist &quot;eine Weile zuschauen&quot;. Dieser auf den ersten Blick vielleicht unbedeutend anmutende Satzteil, beinhaltet wesentliche Z&#252;ge der Einstellung Onkel Theos zum Leben: indem er eine Weile zuschaut, nimmt er sich Zeit: eine „Weile“, eine undefinierte L&#228;nge von Zeit. Vielleicht am Besten definiert mit &quot;so viel Zeit, wie eben n&#246;tig ist&quot;. Diese Zeit nutzt er aber nicht etwa, um gute Ratschl&#228;ge zu geben oder mit dem Vater zu schwatzen. Nein, er schaut zu. Er konzentriert sich auf Benjamin. 
Wenn ich einem Pferd, vor allem einem mir unbekannten, das erste mal begegne, begr&#252;&#223;e ich es freundlich und ungezwungen. Ich nehme mir Zeit f&#252;r es, sehe ihm zu, beobachte es vielleicht im Umgang mit seinen Artgenossen. Ich habe Geduld mit ihm, denn Hektik w&#228;re fehl am Platz. Wie bei Benjamin. 
Das Abwarten k&#246;nnen, die Zur&#252;ckhaltung, die Onkel Theo mitbringt, sind nicht (nur) einfach angeborene Wesensz&#252;ge, sondern vom Leben gelehrte Weisheit und zugleich ein Zeichen von Respekt. Auch vor einem Kind, auch vor einem Tier. Abgesehen davon l&#228;sst er Benjamin w&#228;hrend der &quot;Weile&quot; Zeit, sich allein mit seinem &quot;Gegen&#252;ber&quot;, dem Fahrrad, auseinander zu setzen, er l&#228;sst ihm die M&#246;glichkeit, sich selbst zu helfen. 
Auch dies ist ein nicht zu untersch&#228;tzender Punkt in Mensch/Pferd Beziehungen. Oftmals wird dem Lernenden wie auch dem Pferd gar nicht die Zeit gelassen, sich mit dem Anderen auseinander zu setzen und vielleicht ohne das Einschreiten des Lehrers einen eigenen Weg der gemeinsamen Kommunikation zu finden.

Als n&#228;chstes fiel mir das kleine W&#246;rtchen &quot;pl&#246;tzlich&quot; ins Auge, das meines Erachtens mehr als nur ein F&#252;llwort ist, denn es verdeutlicht die spontane, unkomplizierte Art Theos, die sich auch in dem Angebot sein Fahrrad zu nehmen, ausdr&#252;ckt. Dieses unerwartete, freundliche Angebot macht Onkel Theo sympathisch, seine ganze Art vertrauens- und glaubw&#252;rdig. 
Von sich aus freundlich auf ein Pferd zuzugehen, ihm Schutz und F&#252;hrung anzubieten und sich dabei seiner Verantwortung bewusst zu zeigen, sind Dinge, die uns dem Pferd glaubw&#252;rdig machen und es sich uns vertrauensvoll anschlie&#223;en lassen. 

Der &quot;aufmunternde Blick&quot;, den Onkel Theo Benjamin zuwirft, unterstreicht diese Vertrauensw&#252;rdigkeit. Er st&#228;rkt Benjamins Selbstbewusstsein in einem Moment, in dem er es dringend n&#246;tig hat. 
&#196;hnlich wird es sich vielleicht mit einem aufmunterndem Wort bei gleichzeitiger innerer Gelassenheit verhalten, wenn man sein Pferd von der Ungef&#228;hrlichkeit eines Regenschirms, einer Plane oder &#228;hnlichem &#252;berzeugen m&#246;chte.

Das Bild des sprechenden Fahrrads nutzt Onkel Theo, um Benjamins Aufmerksamkeit f&#252;r sein &quot;Gegen&#252;ber&quot; zu erh&#246;hen, um seine Sinne zu sch&#228;rfen. 
Im Gegensatz zum Drahtesel ist es einem Pferd tats&#228;chlich m&#246;glich, zu &quot;sprechen&quot;: seine K&#246;rpersprache bietet ihm &#228;u&#223;erst vielf&#228;ltige M&#246;glichkeiten, sich mitzuteilen. Da sein Verstand aber nicht dem eines Menschen entspricht, ist es an uns, seine Sprache zu lernen - nicht umgekehrt. Mit entsprechender Aufmerksamkeit und Geduld ist es uns m&#246;glich, den Partner Pferd immer besser verstehen zu lernen.

&quot;Darauf h&#246;ren&quot;, was das Fahrrad mitzuteilen hat - aufeinander h&#246;ren hei&#223;t auch, aufeinander zu zugehen, um einander besser verstehen zu k&#246;nnen und es hei&#223;t wiederum, dem anderen Zeit und M&#246;glichkeit zu geben, sich selbst mitzuteilen.

In seiner Erkl&#228;rung an den perplexen Vater fasst Onkel Theo zusammen, was seinen &quot;Erfolg&quot; bzw. den Benjamins ausmacht: 

Vertrauen. 

Vertrauen auf Gott, dessen Schutz und Leitung, Vertrauen auf die eigene innere Stimme, auf das Bauchgef&#252;hl wie auch auf den Verstand, und Vertrauen anderen gegen&#252;ber - sei es das 70j&#228;hrige Fahrrad, ein anderer Mensch oder eben ein Pferd.

Vertrauen als Basis allen Handelns - und damit der Schl&#252;ssel zum &quot;Erfolg&quot;, welcher Art dieser auch sein mag.

Vertrauen aber auch als Grundlage jeder friedlichen Kommunikation, was wiederum vom Zwischenmenschlichen eins zu eins auf die Beziehung zum Pferd zu &#252;bertragen ist.

...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Gedanken, die ich beim Nachdenken &#252;ber die Geschichte und ihre Bedeutung hatte – spontan, wie es mir eben in den Sinn kam&#8230;</p>
<p>Wer m&#246;chte, darf gerne teilhaben:</p>
<p>Worin besteht eigentlich die Aufgabe, die Onkel Theo offensichtlich so erfolgreich erf&#252;llt? Was tut er, dass der kleine Benjamin &#8220;wie von Zauberhand&#8221; pl&#246;tzlich Fahrrad fahren kann, was dem Vater nicht gelang?<br />
Wie l&#228;sst sich das konkret auf den Umgang mit dem Pferd und die Beziehung zu diesem anwenden?</p>
<p>Das erste, was wir von Onkel Theo mitbekommen ist ein den verbissen &#220;benden locker zugeworfener freundlicher Satz, begonnen mit einem &#8220;Ach,..&#8221;. </p>
<p>Ein Lachen. </p>
<p>Dies ist Onkel Theos Art, &#8220;die B&#252;hne zu betreten&#8221;, dies ist die Art, ein Pferd zu begr&#252;&#223;en. Locker, ungezwungen, mit einem Lachen im Herzen und einem L&#228;cheln im Gesicht. Erinnerungen an alte Zeiten, als Theo selbst noch das Fahrrad fahren lernte, lassen ihn schmunzeln, obwohl auch er sicher kein Naturtalent oder Genie war und zun&#228;chst mit Problemen zu k&#228;mpfen hatte, bis er sich so sicher, nat&#252;rlich und in Harmonie mit seinem Rad fortbewegen konnte.<br />
Mich l&#228;sst das Pferd an sich, ganz gleich welches, l&#228;cheln, denn durch Liebe f&#252;hle ich mich diesem verbunden. Und keines der Probleme, die sich in der Kommunikation immer wieder ergeben, soll an dieser positiven Grundeinstellung zum Pferd r&#252;tteln.</p>
<p>Das n&#228;chste, was Theo tut, ist &#8220;eine Weile zuschauen&#8221;. Dieser auf den ersten Blick vielleicht unbedeutend anmutende Satzteil, beinhaltet wesentliche Z&#252;ge der Einstellung Onkel Theos zum Leben: indem er eine Weile zuschaut, nimmt er sich Zeit: eine „Weile“, eine undefinierte L&#228;nge von Zeit. Vielleicht am Besten definiert mit &#8220;so viel Zeit, wie eben n&#246;tig ist&#8221;. Diese Zeit nutzt er aber nicht etwa, um gute Ratschl&#228;ge zu geben oder mit dem Vater zu schwatzen. Nein, er schaut zu. Er konzentriert sich auf Benjamin.<br />
Wenn ich einem Pferd, vor allem einem mir unbekannten, das erste mal begegne, begr&#252;&#223;e ich es freundlich und ungezwungen. Ich nehme mir Zeit f&#252;r es, sehe ihm zu, beobachte es vielleicht im Umgang mit seinen Artgenossen. Ich habe Geduld mit ihm, denn Hektik w&#228;re fehl am Platz. Wie bei Benjamin.<br />
Das Abwarten k&#246;nnen, die Zur&#252;ckhaltung, die Onkel Theo mitbringt, sind nicht (nur) einfach angeborene Wesensz&#252;ge, sondern vom Leben gelehrte Weisheit und zugleich ein Zeichen von Respekt. Auch vor einem Kind, auch vor einem Tier. Abgesehen davon l&#228;sst er Benjamin w&#228;hrend der &#8220;Weile&#8221; Zeit, sich allein mit seinem &#8220;Gegen&#252;ber&#8221;, dem Fahrrad, auseinander zu setzen, er l&#228;sst ihm die M&#246;glichkeit, sich selbst zu helfen.<br />
Auch dies ist ein nicht zu untersch&#228;tzender Punkt in Mensch/Pferd Beziehungen. Oftmals wird dem Lernenden wie auch dem Pferd gar nicht die Zeit gelassen, sich mit dem Anderen auseinander zu setzen und vielleicht ohne das Einschreiten des Lehrers einen eigenen Weg der gemeinsamen Kommunikation zu finden.</p>
<p>Als n&#228;chstes fiel mir das kleine W&#246;rtchen &#8220;pl&#246;tzlich&#8221; ins Auge, das meines Erachtens mehr als nur ein F&#252;llwort ist, denn es verdeutlicht die spontane, unkomplizierte Art Theos, die sich auch in dem Angebot sein Fahrrad zu nehmen, ausdr&#252;ckt. Dieses unerwartete, freundliche Angebot macht Onkel Theo sympathisch, seine ganze Art vertrauens- und glaubw&#252;rdig.<br />
Von sich aus freundlich auf ein Pferd zuzugehen, ihm Schutz und F&#252;hrung anzubieten und sich dabei seiner Verantwortung bewusst zu zeigen, sind Dinge, die uns dem Pferd glaubw&#252;rdig machen und es sich uns vertrauensvoll anschlie&#223;en lassen. </p>
<p>Der &#8220;aufmunternde Blick&#8221;, den Onkel Theo Benjamin zuwirft, unterstreicht diese Vertrauensw&#252;rdigkeit. Er st&#228;rkt Benjamins Selbstbewusstsein in einem Moment, in dem er es dringend n&#246;tig hat.<br />
&#196;hnlich wird es sich vielleicht mit einem aufmunterndem Wort bei gleichzeitiger innerer Gelassenheit verhalten, wenn man sein Pferd von der Ungef&#228;hrlichkeit eines Regenschirms, einer Plane oder &#228;hnlichem &#252;berzeugen m&#246;chte.</p>
<p>Das Bild des sprechenden Fahrrads nutzt Onkel Theo, um Benjamins Aufmerksamkeit f&#252;r sein &#8220;Gegen&#252;ber&#8221; zu erh&#246;hen, um seine Sinne zu sch&#228;rfen.<br />
Im Gegensatz zum Drahtesel ist es einem Pferd tats&#228;chlich m&#246;glich, zu &#8220;sprechen&#8221;: seine K&#246;rpersprache bietet ihm &#228;u&#223;erst vielf&#228;ltige M&#246;glichkeiten, sich mitzuteilen. Da sein Verstand aber nicht dem eines Menschen entspricht, ist es an uns, seine Sprache zu lernen &#8211; nicht umgekehrt. Mit entsprechender Aufmerksamkeit und Geduld ist es uns m&#246;glich, den Partner Pferd immer besser verstehen zu lernen.</p>
<p>&#8220;Darauf h&#246;ren&#8221;, was das Fahrrad mitzuteilen hat &#8211; aufeinander h&#246;ren hei&#223;t auch, aufeinander zu zugehen, um einander besser verstehen zu k&#246;nnen und es hei&#223;t wiederum, dem anderen Zeit und M&#246;glichkeit zu geben, sich selbst mitzuteilen.</p>
<p>In seiner Erkl&#228;rung an den perplexen Vater fasst Onkel Theo zusammen, was seinen &#8220;Erfolg&#8221; bzw. den Benjamins ausmacht: </p>
<p>Vertrauen. </p>
<p>Vertrauen auf Gott, dessen Schutz und Leitung, Vertrauen auf die eigene innere Stimme, auf das Bauchgef&#252;hl wie auch auf den Verstand, und Vertrauen anderen gegen&#252;ber &#8211; sei es das 70j&#228;hrige Fahrrad, ein anderer Mensch oder eben ein Pferd.</p>
<p>Vertrauen als Basis allen Handelns &#8211; und damit der Schl&#252;ssel zum &#8220;Erfolg&#8221;, welcher Art dieser auch sein mag.</p>
<p>Vertrauen aber auch als Grundlage jeder friedlichen Kommunikation, was wiederum vom Zwischenmenschlichen eins zu eins auf die Beziehung zum Pferd zu &#252;bertragen ist.</p>
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		<title>Von: Tabea H.</title>
		<link>http://www.reiterpension-marlie.de/news/reiterhof/sprechendes-fahrrad.html/comment-page-1#comment-91</link>
		<dc:creator>Tabea H.</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jul 2007 22:24:43 +0000</pubDate>
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		<description>Einige Gedanken, die mir zur intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte und ihrer Bedeutung kamen, spontan - ohne damit irgendeinen Absolutheitsanspruch oder den der Vollst&#228;ndigkeit erheben zu wollen.

Wer m&#246;chte, darf gerne teilhaben:


Worin besteht eigentlich die Aufgabe, die Onkel Theo offensichtlich so erfolgreich erf&#252;llt? Was tut er, dass der kleine Benjamin &quot;wie von Zauberhand&quot; pl&#246;tzlich Fahrrad fahren kann, was dem Vater nicht gelang?
Wie l&#228;sst sich das konkret auf den Umgang mit dem Pferd und die Beziehung zu diesem anwenden?

Das erste, was wir von Onkel Theo mitbekommen ist ein den verbissen &#220;benden locker zugeworfener freundlicher Satz, begonnen mit einem &quot;Ach,..&quot;. 

Ein Lachen. 

Dies ist Onkel Theos Art, &quot;die B&#252;hne zu betreten&quot;, dies ist die Art, ein Pferd zu begr&#252;&#223;en. Locker, ungezwungen, mit einem Lachen im Herzen und einem L&#228;cheln im Gesicht. Erinnerungen an alte Zeiten, als Theo selbst noch das Fahrrad fahren lernte, lassen ihn schmunzeln, obwohl auch er sicher kein Naturtalent oder Genie war und zun&#228;chst mit Problemen zu k&#228;mpfen hatte, bis er sich so sicher, nat&#252;rlich und in Harmonie mit seinem Rad fortbewegen konnte. 
Mich l&#228;sst das Pferd an sich, ganz gleich welches, l&#228;cheln, denn durch Liebe f&#252;hle ich mich diesem verbunden. Und keines der Probleme, die sich in der Kommunikation immer wieder ergeben, soll an dieser positiven Grundeinstellung zum Pferd r&#252;tteln.

Das n&#228;chste, was Theo tut, ist &quot;eine Weile zuschauen&quot;. Dieser auf den ersten Blick vielleicht unbedeutend anmutende Satzteil, beinhaltet wesentliche Z&#252;ge der Einstellung Onkel Theos zum Leben: indem er eine Weile zuschaut, nimmt er sich Zeit: eine „Weile“, eine undefinierte L&#228;nge von Zeit. Vielleicht am Besten definiert mit &quot;so viel Zeit, wie eben n&#246;tig ist&quot;. Diese Zeit nutzt er aber nicht etwa, um gute Ratschl&#228;ge zu geben oder mit dem Vater zu schwatzen. Nein, er schaut zu. Er konzentriert sich auf Benjamin. 
Wenn ich einem Pferd, vor allem einem mir unbekannten, das erste mal begegne, begr&#252;&#223;e ich es freundlich und ungezwungen. Ich nehme mir Zeit f&#252;r es, sehe ihm zu, beobachte es vielleicht im Umgang mit seinen Artgenossen. Ich habe Geduld mit ihm, denn Hektik w&#228;re fehl am Platz. Wie bei Benjamin. 
Das Abwarten k&#246;nnen, die Zur&#252;ckhaltung, die Onkel Theo mitbringt, sind nicht (nur) einfach angeborene Wesensz&#252;ge, sondern vom Leben gelehrte Weisheit und zugleich ein Zeichen von Respekt. Auch vor einem Kind, auch vor einem Tier. Abgesehen davon l&#228;sst er Benjamin w&#228;hrend der &quot;Weile&quot; Zeit, sich allein mit seinem &quot;Gegen&#252;ber&quot;, dem Fahrrad, auseinander zu setzen, er l&#228;sst ihm die M&#246;glichkeit, sich selbst zu helfen. 
Auch dies ist ein nicht zu untersch&#228;tzender Punkt in Mensch/Pferd Beziehungen. Oftmals wird dem Lernenden wie auch dem Pferd gar nicht die Zeit gelassen, sich mit dem Anderen auseinander zu setzen und vielleicht ohne das Einschreiten des Lehrers einen eigenen Weg der gemeinsamen Kommunikation zu finden.

Als n&#228;chstes fiel mir das kleine W&#246;rtchen &quot;pl&#246;tzlich&quot; ins Auge, das meines Erachtens mehr als nur ein F&#252;llwort ist, denn es verdeutlicht die spontane, unkomplizierte Art Theos, die sich auch in dem Angebot sein Fahrrad zu nehmen, ausdr&#252;ckt. Dieses unerwartete, freundliche Angebot macht Onkel Theo sympathisch, seine ganze Art vertrauens- und glaubw&#252;rdig. 
Von sich aus freundlich auf ein Pferd zuzugehen, ihm Schutz und F&#252;hrung anzubieten und sich dabei seiner Verantwortung bewusst zu zeigen, sind Dinge, die uns dem Pferd glaubw&#252;rdig machen und es sich uns vertrauensvoll anschlie&#223;en lassen. 

Der &quot;aufmunternde Blick&quot;, den Onkel Theo Benjamin zuwirft, unterstreicht diese Vertrauensw&#252;rdigkeit. Er st&#228;rkt Benjamins Selbstbewusstsein in einem Moment, in dem er es dringend n&#246;tig hat. 
&#196;hnlich wird es sich vielleicht mit einem aufmunterndem Wort bei gleichzeitiger innerer Gelassenheit verhalten, wenn man sein Pferd von der Ungef&#228;hrlichkeit eines Regenschirms, einer Plane oder &#228;hnlichem &#252;berzeugen m&#246;chte.

Das Bild des sprechenden Fahrrads nutzt Onkel Theo, um Benjamins Aufmerksamkeit f&#252;r sein &quot;Gegen&#252;ber&quot; zu erh&#246;hen, um seine Sinne zu sch&#228;rfen. 
Im Gegensatz zum Drahtesel ist es einem Pferd tats&#228;chlich m&#246;glich, zu &quot;sprechen&quot;: seine K&#246;rpersprache bietet ihm &#228;u&#223;erst vielf&#228;ltige M&#246;glichkeiten, sich mitzuteilen. Da sein Verstand aber nicht dem eines Menschen entspricht, ist es an uns, seine Sprache zu lernen - nicht umgekehrt. Mit entsprechender Aufmerksamkeit und Geduld ist es uns m&#246;glich, den Partner Pferd immer besser verstehen zu lernen.

&quot;Darauf h&#246;ren&quot;, was das Fahrrad mitzuteilen hat - aufeinander h&#246;ren hei&#223;t auch, aufeinander zu zugehen, um einander besser verstehen zu k&#246;nnen und es hei&#223;t wiederum, dem Anderen Zeit und M&#246;glichkeit zu geben, sich selbst mitzuteilen.

In seiner Erkl&#228;rung an den perplexen Vater fasst Onkel Theo zusammen, was seinen &quot;Erfolg&quot; bzw. den Benjamins ausmacht: 

Vertrauen. 

Vertrauen auf Gott, dessen Schutz und Leitung, Vertrauen auf die eigene innere Stimme, auf das Bauchgef&#252;hl wie auch auf den Verstand und Vertrauen Anderen gegen&#252;ber - sei es das 70j&#228;hire Fahrrad, ein anderer Mensch oder eben ein Pferd.

Vertrauen als Basis allen Handelns - und damit der Schl&#252;ssel zum &quot;Erfolg&quot;, welcher Art dieser auch sein mag.

Vertrauen aber auch als Grundlage jeder friedlichen Kommunikation, was wiederum vom Zwischenmenschlichen auch eins zu eins auf die Beziehung zum Pferd zu &#252;bertragen ist.




- Eine wunderbare Geschichte, da muss ich Ihnen Recht geben, Herr Marlie. Nur zu sehr juckt es mich unter den Fingern&#228;geln, meine Gedankenf&#228;den noch weiter zu spinnen. Die Art und Weise die Onkel-Theo-Art zu lehren und weiterzugeben zum Beispiel ist sicher eine ungemein interessante Sache. Lehr- und Lernpsychologie, Motivation, Umgang mit Misserfolg. 
Aber nicht mehr heute abend, das Bett ruft nun doch zu laut.
Ich w&#252;nsche eine gute Nacht :-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Gedanken, die mir zur intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte und ihrer Bedeutung kamen, spontan &#8211; ohne damit irgendeinen Absolutheitsanspruch oder den der Vollst&#228;ndigkeit erheben zu wollen.</p>
<p>Wer m&#246;chte, darf gerne teilhaben:</p>
<p>Worin besteht eigentlich die Aufgabe, die Onkel Theo offensichtlich so erfolgreich erf&#252;llt? Was tut er, dass der kleine Benjamin &#8220;wie von Zauberhand&#8221; pl&#246;tzlich Fahrrad fahren kann, was dem Vater nicht gelang?<br />
Wie l&#228;sst sich das konkret auf den Umgang mit dem Pferd und die Beziehung zu diesem anwenden?</p>
<p>Das erste, was wir von Onkel Theo mitbekommen ist ein den verbissen &#220;benden locker zugeworfener freundlicher Satz, begonnen mit einem &#8220;Ach,..&#8221;. </p>
<p>Ein Lachen. </p>
<p>Dies ist Onkel Theos Art, &#8220;die B&#252;hne zu betreten&#8221;, dies ist die Art, ein Pferd zu begr&#252;&#223;en. Locker, ungezwungen, mit einem Lachen im Herzen und einem L&#228;cheln im Gesicht. Erinnerungen an alte Zeiten, als Theo selbst noch das Fahrrad fahren lernte, lassen ihn schmunzeln, obwohl auch er sicher kein Naturtalent oder Genie war und zun&#228;chst mit Problemen zu k&#228;mpfen hatte, bis er sich so sicher, nat&#252;rlich und in Harmonie mit seinem Rad fortbewegen konnte.<br />
Mich l&#228;sst das Pferd an sich, ganz gleich welches, l&#228;cheln, denn durch Liebe f&#252;hle ich mich diesem verbunden. Und keines der Probleme, die sich in der Kommunikation immer wieder ergeben, soll an dieser positiven Grundeinstellung zum Pferd r&#252;tteln.</p>
<p>Das n&#228;chste, was Theo tut, ist &#8220;eine Weile zuschauen&#8221;. Dieser auf den ersten Blick vielleicht unbedeutend anmutende Satzteil, beinhaltet wesentliche Z&#252;ge der Einstellung Onkel Theos zum Leben: indem er eine Weile zuschaut, nimmt er sich Zeit: eine „Weile“, eine undefinierte L&#228;nge von Zeit. Vielleicht am Besten definiert mit &#8220;so viel Zeit, wie eben n&#246;tig ist&#8221;. Diese Zeit nutzt er aber nicht etwa, um gute Ratschl&#228;ge zu geben oder mit dem Vater zu schwatzen. Nein, er schaut zu. Er konzentriert sich auf Benjamin.<br />
Wenn ich einem Pferd, vor allem einem mir unbekannten, das erste mal begegne, begr&#252;&#223;e ich es freundlich und ungezwungen. Ich nehme mir Zeit f&#252;r es, sehe ihm zu, beobachte es vielleicht im Umgang mit seinen Artgenossen. Ich habe Geduld mit ihm, denn Hektik w&#228;re fehl am Platz. Wie bei Benjamin.<br />
Das Abwarten k&#246;nnen, die Zur&#252;ckhaltung, die Onkel Theo mitbringt, sind nicht (nur) einfach angeborene Wesensz&#252;ge, sondern vom Leben gelehrte Weisheit und zugleich ein Zeichen von Respekt. Auch vor einem Kind, auch vor einem Tier. Abgesehen davon l&#228;sst er Benjamin w&#228;hrend der &#8220;Weile&#8221; Zeit, sich allein mit seinem &#8220;Gegen&#252;ber&#8221;, dem Fahrrad, auseinander zu setzen, er l&#228;sst ihm die M&#246;glichkeit, sich selbst zu helfen.<br />
Auch dies ist ein nicht zu untersch&#228;tzender Punkt in Mensch/Pferd Beziehungen. Oftmals wird dem Lernenden wie auch dem Pferd gar nicht die Zeit gelassen, sich mit dem Anderen auseinander zu setzen und vielleicht ohne das Einschreiten des Lehrers einen eigenen Weg der gemeinsamen Kommunikation zu finden.</p>
<p>Als n&#228;chstes fiel mir das kleine W&#246;rtchen &#8220;pl&#246;tzlich&#8221; ins Auge, das meines Erachtens mehr als nur ein F&#252;llwort ist, denn es verdeutlicht die spontane, unkomplizierte Art Theos, die sich auch in dem Angebot sein Fahrrad zu nehmen, ausdr&#252;ckt. Dieses unerwartete, freundliche Angebot macht Onkel Theo sympathisch, seine ganze Art vertrauens- und glaubw&#252;rdig.<br />
Von sich aus freundlich auf ein Pferd zuzugehen, ihm Schutz und F&#252;hrung anzubieten und sich dabei seiner Verantwortung bewusst zu zeigen, sind Dinge, die uns dem Pferd glaubw&#252;rdig machen und es sich uns vertrauensvoll anschlie&#223;en lassen. </p>
<p>Der &#8220;aufmunternde Blick&#8221;, den Onkel Theo Benjamin zuwirft, unterstreicht diese Vertrauensw&#252;rdigkeit. Er st&#228;rkt Benjamins Selbstbewusstsein in einem Moment, in dem er es dringend n&#246;tig hat.<br />
&#196;hnlich wird es sich vielleicht mit einem aufmunterndem Wort bei gleichzeitiger innerer Gelassenheit verhalten, wenn man sein Pferd von der Ungef&#228;hrlichkeit eines Regenschirms, einer Plane oder &#228;hnlichem &#252;berzeugen m&#246;chte.</p>
<p>Das Bild des sprechenden Fahrrads nutzt Onkel Theo, um Benjamins Aufmerksamkeit f&#252;r sein &#8220;Gegen&#252;ber&#8221; zu erh&#246;hen, um seine Sinne zu sch&#228;rfen.<br />
Im Gegensatz zum Drahtesel ist es einem Pferd tats&#228;chlich m&#246;glich, zu &#8220;sprechen&#8221;: seine K&#246;rpersprache bietet ihm &#228;u&#223;erst vielf&#228;ltige M&#246;glichkeiten, sich mitzuteilen. Da sein Verstand aber nicht dem eines Menschen entspricht, ist es an uns, seine Sprache zu lernen &#8211; nicht umgekehrt. Mit entsprechender Aufmerksamkeit und Geduld ist es uns m&#246;glich, den Partner Pferd immer besser verstehen zu lernen.</p>
<p>&#8220;Darauf h&#246;ren&#8221;, was das Fahrrad mitzuteilen hat &#8211; aufeinander h&#246;ren hei&#223;t auch, aufeinander zu zugehen, um einander besser verstehen zu k&#246;nnen und es hei&#223;t wiederum, dem Anderen Zeit und M&#246;glichkeit zu geben, sich selbst mitzuteilen.</p>
<p>In seiner Erkl&#228;rung an den perplexen Vater fasst Onkel Theo zusammen, was seinen &#8220;Erfolg&#8221; bzw. den Benjamins ausmacht: </p>
<p>Vertrauen. </p>
<p>Vertrauen auf Gott, dessen Schutz und Leitung, Vertrauen auf die eigene innere Stimme, auf das Bauchgef&#252;hl wie auch auf den Verstand und Vertrauen Anderen gegen&#252;ber &#8211; sei es das 70j&#228;hire Fahrrad, ein anderer Mensch oder eben ein Pferd.</p>
<p>Vertrauen als Basis allen Handelns &#8211; und damit der Schl&#252;ssel zum &#8220;Erfolg&#8221;, welcher Art dieser auch sein mag.</p>
<p>Vertrauen aber auch als Grundlage jeder friedlichen Kommunikation, was wiederum vom Zwischenmenschlichen auch eins zu eins auf die Beziehung zum Pferd zu &#252;bertragen ist.</p>
<p>- Eine wunderbare Geschichte, da muss ich Ihnen Recht geben, Herr Marlie. Nur zu sehr juckt es mich unter den Fingern&#228;geln, meine Gedankenf&#228;den noch weiter zu spinnen. Die Art und Weise die Onkel-Theo-Art zu lehren und weiterzugeben zum Beispiel ist sicher eine ungemein interessante Sache. Lehr- und Lernpsychologie, Motivation, Umgang mit Misserfolg.<br />
Aber nicht mehr heute abend, das Bett ruft nun doch zu laut.<br />
Ich w&#252;nsche eine gute Nacht <img src='http://www.reiterpension-marlie.de/news/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Von: Wolfgang Marlie</title>
		<link>http://www.reiterpension-marlie.de/news/reiterhof/sprechendes-fahrrad.html/comment-page-1#comment-54</link>
		<dc:creator>Wolfgang Marlie</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Mar 2007 08:09:05 +0000</pubDate>
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		<description>F&#252;r mich eine wunderbare Kurzgeschichte, in der ich viele Parallelen zum &quot;Reiten - wie von Zauberhand bewegt&quot; entdeckt habe.

Sowie das &quot;sprechende&quot; Fahrrad eine bestimmte Betreuung braucht, um mit seinem Fahrer einer zentauren-&#228;hnlichen Einheit zu werden, braucht das Pferd das Verst&#228;ndnis und die Ermutigung durch den Menschen, um mit ihm zusammen zu einem harmonischem Miteinander zu verschmelzen.

Au&#223;erdem finde ich in dieser Geschichte alle drei handelnden Personen in mir wieder: Den kleinen Jungen, den Vater und Onkel Theo. Ich habe mich f&#252;r mich -  und meine zuk&#252;nftige Rolle im Leben - f&#252;r den Weg des Onkel Theo entschieden. Ohne jeden Leistungsdruck das Leben klug zu genie&#223;en. Ein Freund hat auf meine Frage hin: &quot;Was ist Klugheit?&quot;geantwortet: &quot;Intelligenz plus W&#228;rme&quot;

Die Geschichte vom &quot;sprechenden Fahrrad&quot; und meines Freundes Definition von Klugheit haben mir meinen zuk&#252;nftigen Weg gewiesen. Ich m&#246;chte lernen, klug zu werden. Immer wenn ich unsicher werde, lese ich die Geschichte vom &quot;sprechende Fahrrad noch einmal.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r mich eine wunderbare Kurzgeschichte, in der ich viele Parallelen zum &#8220;Reiten &#8211; wie von Zauberhand bewegt&#8221; entdeckt habe.</p>
<p>Sowie das &#8220;sprechende&#8221; Fahrrad eine bestimmte Betreuung braucht, um mit seinem Fahrer einer zentauren-&#228;hnlichen Einheit zu werden, braucht das Pferd das Verst&#228;ndnis und die Ermutigung durch den Menschen, um mit ihm zusammen zu einem harmonischem Miteinander zu verschmelzen.</p>
<p>Au&#223;erdem finde ich in dieser Geschichte alle drei handelnden Personen in mir wieder: Den kleinen Jungen, den Vater und Onkel Theo. Ich habe mich f&#252;r mich &#8211;  und meine zuk&#252;nftige Rolle im Leben &#8211; f&#252;r den Weg des Onkel Theo entschieden. Ohne jeden Leistungsdruck das Leben klug zu genie&#223;en. Ein Freund hat auf meine Frage hin: &#8220;Was ist Klugheit?&#8221;geantwortet: &#8220;Intelligenz plus W&#228;rme&#8221;</p>
<p>Die Geschichte vom &#8220;sprechenden Fahrrad&#8221; und meines Freundes Definition von Klugheit haben mir meinen zuk&#252;nftigen Weg gewiesen. Ich m&#246;chte lernen, klug zu werden. Immer wenn ich unsicher werde, lese ich die Geschichte vom &#8220;sprechende Fahrrad noch einmal.</p>
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