Das sprechende Fahrrad
Es war einmal ein kleiner Junge namens Benjamin, der jüngste von drei Geschwistern, ein Nachkömmling in der Familie. Die Eltern waren schon fast vierzig, und die beiden anderen Geschwister gingen schon zur Schule.
Benjamin war schon fast sechs Jahre alt und konnte noch immer nicht richtig radfahren. Das bedrückte den Kleinen, denn seine Freunde lachten über ihn, wenn er mit seinem alten Fahrrad zu ihnen kam, das schon viel zu klein für ihn war und bei dem die Schrauben der Stützräder so festgerostet waren, daß man sie nicht mehr entfernen konnte.
Außerdem war er beim Fahren immer der letzte, er kam den anderen nicht hinterher. Sie konnten alle viel schneller fahren als er, der noch immer die Stützen brauchte. An einem Sonntagnachmittag, kurz vor seinem sechsten Geburtstag, konnte er endlich seinen Vater überreden, das neue Fahrrad, das er zum fünften Geburtstag von seinem Patenonkel geschenkt bekommen hatte, einmal aus dem Keller zu holen, um das Fahren zu lernen.
Vater und Sohn begaben sich auf eine Ausfallstraße mit wenig Verkehr und begannen mit ihren Fahrübungen.
„Ich helfe Dir beim Aufsteigen” sagte der Vater, „das Fahrrad ist neu, nicht, daß es gleich eine Beule bekommt.” Als er den Jungen losließ, fing das Rad an zu wackeln, und der Junge sprang herunter. Nocheinmal half der Vater heim Aufsteigen und den ersten Pedaltritten, und ließ dann los. Jedesmal, wenn der Junge bemerkte, daß der Vater losgelassen hatte, sprang er vom Rad herab, denn er wußte ja, daß er ohne „Stützen” noch nicht fahren konnte.
„Siehst Du”, sagte der Vater, „es war schon gut, daß ich das Fahrrad im Keller abgeschlossen hatte und den Schlüssel immer bei mir trug. Du kannst eben noch nicht ohne Stützen fahren.” Der Vater war stolz auf seine Menschenkenntnis und auf* die richtige Einschätzung des Könnens seines Sohnes. Der Sohn war über sein Nichtkönnen den Tränen nah, denn seine Freunde konnten das alles schon längst.
Da kam ein älterer Herr mit seinem Rad die Straße ent-lang gefahren, und als er die beiden beim Üben’ sah, sagte der ältere Herr: „Ach, hier habe ich auch radfahren gelernt”, und lachte dem Jungen zu.
„Er lernt es nie”, sagte der Vater und betonte immer wieder, wie neu das Rad noch sei, und daß es nicht kaputtgehen dürfe. Der ältere Herr, die Kinder nannten ihn Onkel Theo, schaute eine Weile zu. Dann plötzlich sagte er zu dem Jungen: „Möchtest Du es einmal mit meinem Rad probieren?” Der Junge stutzte, doch als er den aufmunternden Blick Onkel Theos sah, nickte er entschlossen. – „Mein Fahrrad kann sprechen”, sagte der ältere Herr. „Du mußt nur darauf hören, was es Dir sagen will. Wenn es anfängt zu wackeln, dann sagt es, daß Du in die Pedale treten mußt. Du mußt nur darauf hören, was es sagt, und Du wirst sehen, daß Du es verstehst und sogleich damit fahren kannst.”
Der Junge stieg auf, wackelte einige Male hin und her und radelte davon. Der Vater konnte es nicht glauben. Jetzt hatte der Junge ein nagelneues Rad, mit 18 Gängen, nach den neuesten Sicherheitsbestimmungen und konnte damit nicht fahren. „Ich tausche mit Ihnen, oder kaufe Ihnen Ihr altes Rad ab”, sagte er zu Onkel Theo, der lächelnd darauf antwortete: „Mein Fahrrad ist unverkäuflich. Es ist schon 70 Jahre alt.
Und alle meine elf Kinder haben darauf das Radfahren gelernt. Aber Ihr Sohn kann auch auf seinem Rad fahren, das wird er Ihnen gleich zeigen.”
„Aber wieso kann er das denn so plötzlich?” fragte der Vater. „Ach, wissen Sie”, sagte der alte Herr, „ich habe Ihren Sohn schon sooft mit seinem alten Fahrrad gesehen, wie sicher er fährt, und ich dachte, vielleicht ist ihm ein altes Fahrrad vertrauter als ein ganz neues. Und ich vertraue auf Gott und weiß, daß er Ihrem Sohn einen Schutzengel mitschickt, und ich vertraue mir, daß mir meine innere Stimme sagt, was richtig ist. Ich vertraue meinem alten Fahrrad, das zwar nicht mehr ganz den Sicherheitsbestimmungen entspricht, aber es hat mich immer sicher nach Hause gebracht.”
„Und so ein klappriges Fahrrad geben Sie meinem Sohn”, tobte der Vater, und er wollte seinem Sohn hinterherlaufen, doch Benjamin war längst nicht mehr zu sehen.
Als der Junge zurückkam, war er glücklich. Benjamin umarmte zuerst Onkel Theo und dann seinen Vater. „Ich kann’s, ich kann’s” tanzte er zwischen beiden hin und her, und jetzt weinte er wirklich – doch dies waren Freudentränen.
Der Vater war von der Freude des Jungen so angesteckt und sagte zu ihm: „Du, Dein Fahrrad kann auch sprechen, es hat gerade gesagt, daß Du es nach Hause fahren sollst, sicher hatte es im Keller das Sprechen nur verlernt, weil es keine Antwort bekam.”
Der Junge stieg ohne Hilfe auf das Rad und radelte nach Hause. Der Vater dankte dem alten Herrn, doch dieser winkte ab und begann zu erzählen: „Es war einmal ein kleiner Junge namens Theo…”
Quelle: “Mut tut gut” von Theo Schoenaker
keine(r)
Aktualisiert am Freitag, 24. Juli 2009
Kategorie Reiterhof, Wolfgang Marlie - persönlich



Für mich eine wunderbare Kurzgeschichte, in der ich viele Parallelen zum “Reiten – wie von Zauberhand bewegt” entdeckt habe.
Sowie das “sprechende” Fahrrad eine bestimmte Betreuung braucht, um mit seinem Fahrer einer zentauren-ähnlichen Einheit zu werden, braucht das Pferd das Verständnis und die Ermutigung durch den Menschen, um mit ihm zusammen zu einem harmonischem Miteinander zu verschmelzen.
Außerdem finde ich in dieser Geschichte alle drei handelnden Personen in mir wieder: Den kleinen Jungen, den Vater und Onkel Theo. Ich habe mich für mich – und meine zukünftige Rolle im Leben – für den Weg des Onkel Theo entschieden. Ohne jeden Leistungsdruck das Leben klug zu genießen. Ein Freund hat auf meine Frage hin: “Was ist Klugheit?”geantwortet: “Intelligenz plus Wärme”
Die Geschichte vom “sprechenden Fahrrad” und meines Freundes Definition von Klugheit haben mir meinen zukünftigen Weg gewiesen. Ich möchte lernen, klug zu werden. Immer wenn ich unsicher werde, lese ich die Geschichte vom “sprechende Fahrrad noch einmal.
Einige Gedanken, die mir zur intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte und ihrer Bedeutung kamen, spontan – ohne damit irgendeinen Absolutheitsanspruch oder den der Vollständigkeit erheben zu wollen.
Wer möchte, darf gerne teilhaben:
Worin besteht eigentlich die Aufgabe, die Onkel Theo offensichtlich so erfolgreich erfüllt? Was tut er, dass der kleine Benjamin “wie von Zauberhand” plötzlich Fahrrad fahren kann, was dem Vater nicht gelang?
Wie lässt sich das konkret auf den Umgang mit dem Pferd und die Beziehung zu diesem anwenden?
Das erste, was wir von Onkel Theo mitbekommen ist ein den verbissen Übenden locker zugeworfener freundlicher Satz, begonnen mit einem “Ach,..”.
Ein Lachen.
Dies ist Onkel Theos Art, “die Bühne zu betreten”, dies ist die Art, ein Pferd zu begrüßen. Locker, ungezwungen, mit einem Lachen im Herzen und einem Lächeln im Gesicht. Erinnerungen an alte Zeiten, als Theo selbst noch das Fahrrad fahren lernte, lassen ihn schmunzeln, obwohl auch er sicher kein Naturtalent oder Genie war und zunächst mit Problemen zu kämpfen hatte, bis er sich so sicher, natürlich und in Harmonie mit seinem Rad fortbewegen konnte.
Mich lässt das Pferd an sich, ganz gleich welches, lächeln, denn durch Liebe fühle ich mich diesem verbunden. Und keines der Probleme, die sich in der Kommunikation immer wieder ergeben, soll an dieser positiven Grundeinstellung zum Pferd rütteln.
Das nächste, was Theo tut, ist “eine Weile zuschauen”. Dieser auf den ersten Blick vielleicht unbedeutend anmutende Satzteil, beinhaltet wesentliche Züge der Einstellung Onkel Theos zum Leben: indem er eine Weile zuschaut, nimmt er sich Zeit: eine „Weile“, eine undefinierte Länge von Zeit. Vielleicht am Besten definiert mit “so viel Zeit, wie eben nötig ist”. Diese Zeit nutzt er aber nicht etwa, um gute Ratschläge zu geben oder mit dem Vater zu schwatzen. Nein, er schaut zu. Er konzentriert sich auf Benjamin.
Wenn ich einem Pferd, vor allem einem mir unbekannten, das erste mal begegne, begrüße ich es freundlich und ungezwungen. Ich nehme mir Zeit für es, sehe ihm zu, beobachte es vielleicht im Umgang mit seinen Artgenossen. Ich habe Geduld mit ihm, denn Hektik wäre fehl am Platz. Wie bei Benjamin.
Das Abwarten können, die Zurückhaltung, die Onkel Theo mitbringt, sind nicht (nur) einfach angeborene Wesenszüge, sondern vom Leben gelehrte Weisheit und zugleich ein Zeichen von Respekt. Auch vor einem Kind, auch vor einem Tier. Abgesehen davon lässt er Benjamin während der “Weile” Zeit, sich allein mit seinem “Gegenüber”, dem Fahrrad, auseinander zu setzen, er lässt ihm die Möglichkeit, sich selbst zu helfen.
Auch dies ist ein nicht zu unterschätzender Punkt in Mensch/Pferd Beziehungen. Oftmals wird dem Lernenden wie auch dem Pferd gar nicht die Zeit gelassen, sich mit dem Anderen auseinander zu setzen und vielleicht ohne das Einschreiten des Lehrers einen eigenen Weg der gemeinsamen Kommunikation zu finden.
Als nächstes fiel mir das kleine Wörtchen “plötzlich” ins Auge, das meines Erachtens mehr als nur ein Füllwort ist, denn es verdeutlicht die spontane, unkomplizierte Art Theos, die sich auch in dem Angebot sein Fahrrad zu nehmen, ausdrückt. Dieses unerwartete, freundliche Angebot macht Onkel Theo sympathisch, seine ganze Art vertrauens- und glaubwürdig.
Von sich aus freundlich auf ein Pferd zuzugehen, ihm Schutz und Führung anzubieten und sich dabei seiner Verantwortung bewusst zu zeigen, sind Dinge, die uns dem Pferd glaubwürdig machen und es sich uns vertrauensvoll anschließen lassen.
Der “aufmunternde Blick”, den Onkel Theo Benjamin zuwirft, unterstreicht diese Vertrauenswürdigkeit. Er stärkt Benjamins Selbstbewusstsein in einem Moment, in dem er es dringend nötig hat.
Ähnlich wird es sich vielleicht mit einem aufmunterndem Wort bei gleichzeitiger innerer Gelassenheit verhalten, wenn man sein Pferd von der Ungefährlichkeit eines Regenschirms, einer Plane oder ähnlichem überzeugen möchte.
Das Bild des sprechenden Fahrrads nutzt Onkel Theo, um Benjamins Aufmerksamkeit für sein “Gegenüber” zu erhöhen, um seine Sinne zu schärfen.
Im Gegensatz zum Drahtesel ist es einem Pferd tatsächlich möglich, zu “sprechen”: seine Körpersprache bietet ihm äußerst vielfältige Möglichkeiten, sich mitzuteilen. Da sein Verstand aber nicht dem eines Menschen entspricht, ist es an uns, seine Sprache zu lernen – nicht umgekehrt. Mit entsprechender Aufmerksamkeit und Geduld ist es uns möglich, den Partner Pferd immer besser verstehen zu lernen.
“Darauf hören”, was das Fahrrad mitzuteilen hat – aufeinander hören heißt auch, aufeinander zu zugehen, um einander besser verstehen zu können und es heißt wiederum, dem Anderen Zeit und Möglichkeit zu geben, sich selbst mitzuteilen.
In seiner Erklärung an den perplexen Vater fasst Onkel Theo zusammen, was seinen “Erfolg” bzw. den Benjamins ausmacht:
Vertrauen.
Vertrauen auf Gott, dessen Schutz und Leitung, Vertrauen auf die eigene innere Stimme, auf das Bauchgefühl wie auch auf den Verstand und Vertrauen Anderen gegenüber – sei es das 70jähire Fahrrad, ein anderer Mensch oder eben ein Pferd.
Vertrauen als Basis allen Handelns – und damit der Schlüssel zum “Erfolg”, welcher Art dieser auch sein mag.
Vertrauen aber auch als Grundlage jeder friedlichen Kommunikation, was wiederum vom Zwischenmenschlichen auch eins zu eins auf die Beziehung zum Pferd zu übertragen ist.
- Eine wunderbare Geschichte, da muss ich Ihnen Recht geben, Herr Marlie. Nur zu sehr juckt es mich unter den Fingernägeln, meine Gedankenfäden noch weiter zu spinnen. Die Art und Weise die Onkel-Theo-Art zu lehren und weiterzugeben zum Beispiel ist sicher eine ungemein interessante Sache. Lehr- und Lernpsychologie, Motivation, Umgang mit Misserfolg.
Aber nicht mehr heute abend, das Bett ruft nun doch zu laut.
Ich wünsche eine gute Nacht
Einige Gedanken, die ich beim Nachdenken über die Geschichte und ihre Bedeutung hatte – spontan, wie es mir eben in den Sinn kam…
Wer möchte, darf gerne teilhaben:
Worin besteht eigentlich die Aufgabe, die Onkel Theo offensichtlich so erfolgreich erfüllt? Was tut er, dass der kleine Benjamin “wie von Zauberhand” plötzlich Fahrrad fahren kann, was dem Vater nicht gelang?
Wie lässt sich das konkret auf den Umgang mit dem Pferd und die Beziehung zu diesem anwenden?
Das erste, was wir von Onkel Theo mitbekommen ist ein den verbissen Übenden locker zugeworfener freundlicher Satz, begonnen mit einem “Ach,..”.
Ein Lachen.
Dies ist Onkel Theos Art, “die Bühne zu betreten”, dies ist die Art, ein Pferd zu begrüßen. Locker, ungezwungen, mit einem Lachen im Herzen und einem Lächeln im Gesicht. Erinnerungen an alte Zeiten, als Theo selbst noch das Fahrrad fahren lernte, lassen ihn schmunzeln, obwohl auch er sicher kein Naturtalent oder Genie war und zunächst mit Problemen zu kämpfen hatte, bis er sich so sicher, natürlich und in Harmonie mit seinem Rad fortbewegen konnte.
Mich lässt das Pferd an sich, ganz gleich welches, lächeln, denn durch Liebe fühle ich mich diesem verbunden. Und keines der Probleme, die sich in der Kommunikation immer wieder ergeben, soll an dieser positiven Grundeinstellung zum Pferd rütteln.
Das nächste, was Theo tut, ist “eine Weile zuschauen”. Dieser auf den ersten Blick vielleicht unbedeutend anmutende Satzteil, beinhaltet wesentliche Züge der Einstellung Onkel Theos zum Leben: indem er eine Weile zuschaut, nimmt er sich Zeit: eine „Weile“, eine undefinierte Länge von Zeit. Vielleicht am Besten definiert mit “so viel Zeit, wie eben nötig ist”. Diese Zeit nutzt er aber nicht etwa, um gute Ratschläge zu geben oder mit dem Vater zu schwatzen. Nein, er schaut zu. Er konzentriert sich auf Benjamin.
Wenn ich einem Pferd, vor allem einem mir unbekannten, das erste mal begegne, begrüße ich es freundlich und ungezwungen. Ich nehme mir Zeit für es, sehe ihm zu, beobachte es vielleicht im Umgang mit seinen Artgenossen. Ich habe Geduld mit ihm, denn Hektik wäre fehl am Platz. Wie bei Benjamin.
Das Abwarten können, die Zurückhaltung, die Onkel Theo mitbringt, sind nicht (nur) einfach angeborene Wesenszüge, sondern vom Leben gelehrte Weisheit und zugleich ein Zeichen von Respekt. Auch vor einem Kind, auch vor einem Tier. Abgesehen davon lässt er Benjamin während der “Weile” Zeit, sich allein mit seinem “Gegenüber”, dem Fahrrad, auseinander zu setzen, er lässt ihm die Möglichkeit, sich selbst zu helfen.
Auch dies ist ein nicht zu unterschätzender Punkt in Mensch/Pferd Beziehungen. Oftmals wird dem Lernenden wie auch dem Pferd gar nicht die Zeit gelassen, sich mit dem Anderen auseinander zu setzen und vielleicht ohne das Einschreiten des Lehrers einen eigenen Weg der gemeinsamen Kommunikation zu finden.
Als nächstes fiel mir das kleine Wörtchen “plötzlich” ins Auge, das meines Erachtens mehr als nur ein Füllwort ist, denn es verdeutlicht die spontane, unkomplizierte Art Theos, die sich auch in dem Angebot sein Fahrrad zu nehmen, ausdrückt. Dieses unerwartete, freundliche Angebot macht Onkel Theo sympathisch, seine ganze Art vertrauens- und glaubwürdig.
Von sich aus freundlich auf ein Pferd zuzugehen, ihm Schutz und Führung anzubieten und sich dabei seiner Verantwortung bewusst zu zeigen, sind Dinge, die uns dem Pferd glaubwürdig machen und es sich uns vertrauensvoll anschließen lassen.
Der “aufmunternde Blick”, den Onkel Theo Benjamin zuwirft, unterstreicht diese Vertrauenswürdigkeit. Er stärkt Benjamins Selbstbewusstsein in einem Moment, in dem er es dringend nötig hat.
Ähnlich wird es sich vielleicht mit einem aufmunterndem Wort bei gleichzeitiger innerer Gelassenheit verhalten, wenn man sein Pferd von der Ungefährlichkeit eines Regenschirms, einer Plane oder ähnlichem überzeugen möchte.
Das Bild des sprechenden Fahrrads nutzt Onkel Theo, um Benjamins Aufmerksamkeit für sein “Gegenüber” zu erhöhen, um seine Sinne zu schärfen.
Im Gegensatz zum Drahtesel ist es einem Pferd tatsächlich möglich, zu “sprechen”: seine Körpersprache bietet ihm äußerst vielfältige Möglichkeiten, sich mitzuteilen. Da sein Verstand aber nicht dem eines Menschen entspricht, ist es an uns, seine Sprache zu lernen – nicht umgekehrt. Mit entsprechender Aufmerksamkeit und Geduld ist es uns möglich, den Partner Pferd immer besser verstehen zu lernen.
“Darauf hören”, was das Fahrrad mitzuteilen hat – aufeinander hören heißt auch, aufeinander zu zugehen, um einander besser verstehen zu können und es heißt wiederum, dem anderen Zeit und Möglichkeit zu geben, sich selbst mitzuteilen.
In seiner Erklärung an den perplexen Vater fasst Onkel Theo zusammen, was seinen “Erfolg” bzw. den Benjamins ausmacht:
Vertrauen.
Vertrauen auf Gott, dessen Schutz und Leitung, Vertrauen auf die eigene innere Stimme, auf das Bauchgefühl wie auch auf den Verstand, und Vertrauen anderen gegenüber – sei es das 70jährige Fahrrad, ein anderer Mensch oder eben ein Pferd.
Vertrauen als Basis allen Handelns – und damit der Schlüssel zum “Erfolg”, welcher Art dieser auch sein mag.
Vertrauen aber auch als Grundlage jeder friedlichen Kommunikation, was wiederum vom Zwischenmenschlichen eins zu eins auf die Beziehung zum Pferd zu übertragen ist.
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